Erste externe Evaluation
Zeitraum 2004- 2006
Fachhochschule Osnabrück
Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
Prof. Dr. Bernd Bruns
Caprivistraße 30 a
49076 Osnabrück
Im Osnabrücker Raum entstand während der europäischen Projektlaufzeit eine erste Befragung von Teilnehmer/-innen am SKOLL-Programm durch die Fachhochschule Osnabrück. Aus einer Eingangsbefragung vor Gruppenbeginn und einer Abschlusserhebung nach dem Selbstkontrolltraining stehen die Daten von 51 männlichen und 18 weiblichen Teilnehmern zur Verfügung. Das Durchschnittsalter der Befragten belief sich auf 31,28 Jahre, etwa ein Drittel war jünger als 21 Jahre.
Die wichtigsten Befunde der Eingangsbefragung waren:
· Jede/r fünfte Befragte sah keinen Sinn im Leben. 23 % berichteten Probleme mit der Gesundheit, 36 % mit dem Drogenkonsum und 22 % mit Alkohol.
· Vor Programmbeginn nahmen nach eigenen Angaben 35 % der Teilnehmer/-innen keine Drogen, 49 % hatten Erfahrungen mit Cannabis und 13 % konsumierten illegale Drogen.
· Auf Anregungen einer Beratungsstelle nahmen 29 % und aus eigenem Interesse 13 % der Befragten am Programm teil. 13,2 % kamen, um ein anderes Konsumverhalten zu erlernen und etwa 20 % aufgrund von Auflagen von Justizinstanzen.
· Zu je einem Drittel äußerten die Teilnehmer/-innen die Erwartungen/Ziele, abstinent leben zu wollen und Selbstkontrolle zu erlernen. 23 % der Befragten wünschten sich Informationen über die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) bzw. wollten ihren Führerschein zurückerlangen. 16 % der Teilnehmer/-innen wollten ihren Konsum stabilisieren.
Die wichtigsten Ergebnisse der Abschlussbefragung waren:
· Etwa zwei Drittel der Teilnehmer/-innen berichteten, der „Suchtdruck“ habe abgenommen, und etwa ein Drittel meinten, keinen mehr zu verspüren. 70 % der Befragten sagten zu wissen, wie sie damit umzugehen hätten, wenn sie Suchtdruck spüren.
· 57 % der Befragten waren der Meinung, ihre sich vorgenommenen Ziele erreicht zu haben.
· 80 % der Teilnehmer/-innen stimmten voll zu/stimmten zu, dass sie nun Vereinbarungen mit sich selbst treffen, um Suchtmittelkonsum zu verhindern.
· 87 % sagten, sie wüssten, was bei einem Rückfall zu tun ist.
· Das Programm wurde von 84 % der Teilnehmer/-innen mit sehr gut und gut bewertet.
Ergebnis:
Ø Die SKOLL- Module sind effektive und effiziente Hilfen für Personen mit Substanz- und Verhaltensbezogenen Störungen
Ø Eine erfolgreiche Auseinandersetzung mit Risikosituationen, Ambivalenz, usw. wird angeregt.
Ø Kontrollierter Gebrauch/ Abstinenz und Bewältigung von Druck, Stress etc. können bei vielen Teilnehmenden erreicht werden
Ausführliche Informationen:
Eine Studie zur Effektivität des Frühinterventionsmodells bei substanz- und verhaltensbezogenen Störungen im Auftrag des Deutsch-Niederländischen Suchthilfeverbundes

